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WB Neubau Kindergarten Bannfeld, Olten 2024 - Dennis Knabe Architekt
DENNIS KNABE

Knabe Architekten GmbH Hafenstrasse 25a
4057 Basel

061 508 11 65
info@knaa.ch

Impressum

Neubau Kindergarten Bannfeld, Olten

Anonymer einstufiger Projektwettbewerb für Generalplaner im offenen Verfahren

Re-Use: Zirkular
Landschaft: Antje Gamert – Architektur und Landschaft
Tragwerk: wh-p Ingenieure
Brandschutz: Quantum Brandschutz
Bauphysik: Gartenmann Engineering
Visualisierung: Max Kresse

Der neue Kindergarten sitzt dort, wo vorher Autos parkten – leicht angehoben, zwischen Bäumen und Bestand. Statt Fläche zu versiegeln, wird sie hier wieder geöffnet: Das Haus steht auf Schraubfundamenten, die Asphaltdecke darunter wird entfernt, der Boden kann wieder atmen. Ein grosser Baum bleibt – als Schatten, Orientierung und stiller Zeuge.

Von Anfang an wurde mitgedacht, was schon da ist. Das Projekt basiert auf einem Re-Use-Konzept, das nicht nachträglich angepasst, sondern entwurfsbestimmend ist. Die Konstruktion erlaubt es, Bauteile aus zweiter Nutzung aufzunehmen – Fenster, Fassadenplatten, Glasbausteine. Ein Stahlskelett bildet das Gerüst, Holzrahmen füllen es aus. Unterschiede im Mass, Material oder Ausdruck sind kein Störfaktor, sondern Teil der Idee. So entsteht eine Architektur, die sich nicht versteckt, sondern erzählt – von vorher und nachher, von Pragmatik und Präzision.

Innen ist das Haus einfach organisiert: Um einen schräg gedrehten Kern reihen sich Gruppen- und Haupträume an der Fassade. Ein grosses Treppenmöbel verbindet die Ebenen – zum Sitzen, Klettern, Warten, Spielen. Der leichte Höhenversatz im Gelände wird dabei aufgenommen und fliessend in die Erschliessung integriert. Der Eingang liegt gut auffindbar am gedeckten Aussenraum und gibt dem Kindergarten eine eindeutige Adresse im Ensemble.

Ein Haus, das Geschichten mitbringt. Es wächst aus dem, was schon da war, und öffnet sich dem, was kommt. Für Kinder, die hier spielen, lernen, ankommen. Und für einen Ort, der neu beginnt, ohne von vorn zu beginnen.

Die in den 1950er Jahren von Hermann Frey errichtete Primarschulanlage Bannfeld in Olten ist geprägt durch eine lineare Pavillonstruktur des Hauptbaus sowie drei ergänzende Einzelbaukörper für Turnhalle, Singsaal und Kindergarten. Diese ausgelagerten Sondernutzungen zeichnen sich durch eine heterogene Struktur aus, die in ihrer äusseren Ablesbarkeit ihren architektonischen Ausdruck findet. Ein gedecktes Erschliessungssystem durchzieht die Anlage, dessen Betonflachdach auf schlanken Rundstützen ruht und die verschiedenen Baukörper miteinander verbindet.

Neben der architektonischen Qualität des Ensembles ist dessen Einbettung in die komplexe Topographie ein zentrales Thema. Der identitätsstiftende Naturraum mit seinem prägenden Baumbestand wird integraler Bestandteil des Konzepts und beeinflusst Geometrie, Typologie und städtebauliche Setzung des Neubaus. Das vorgeschlagene Projekt verfolgt den Ansatz eines Erweiterungsbaus, der den Bestand weiterdenkt und diesen respektvoll, aber dennoch eigenständig komplettiert. Die Integration eines Re-Use Konzepts erfordert von Beginn an ein Verständnis für eine Konstruktion, die flexibel auf bauliche Toleranzen aus dem urbanen Materialkreislauf reagiert, ohne dabei die architektonische Integrität und gestalterische Präzision zu gefährden.

Der Neubau positioniert sich als quadratisches Volumen auf dem heutigen Parkplatz und fügt sich in die Verkettung der Einzelbaukörper ein. Durch minimalinvasive Erdbewegungen und den Verzicht auf eine Bodenplatte wird der ökologische Fussabdruck des Neubaus signifikant reduziert.

Der Entwurf nimmt die Haltung der bestehenden Einzelbaukörper auf und überführt sie in eine neue Typologie. Ein zentrales Anliegen ist dabei, dem Kindergarten eine klare Adressierung zu verleihen. Ein auf Erdgeschossniveau situierter Hauptzugang bietet eine intuitive Orientierung für Kinder, Eltern und Betreuungspersonal und stärkt die Verbindung zum gedeckten Aussenraum. Die vertikale Organisation um einen zentralen Erschliessungskern folgt einem punktsymmetrischen Prinzip. Die innere Struktur dreht sich dabei um 45° zur orthogonalen Gebäudehülle und ermöglicht so die gleichwertige Anordnung aller Haupt- und Gruppenräume entlang der Fassade. Das zentrale Treppenmöbel fungiert als betriebliche Agora – Ort der Begegnung, des Spiels, der Orientierung.

Die vorgeschlagene Bauteilstrategie basiert auf einem hybriden Konstruktionsprinzip aus Stahlskelett und Holzrahmenbau. Die Primärkonstruktion bleibt sortenrein rückbaubar, während die Bauteile gezielt für Wiederverwendung ausgelegt sind. Glasbausteine als raumbildende Elemente erzeugen Transluzenz und Sichtbezüge, eine Brettsperrholzdecke dient als thermische und akustische Masse. Die Fassade in Holzrahmenbauweise mit vorgehängter Schicht reagiert auf Massvarianzen wiederverwendeter Bauteile und ermöglicht horizontale wie vertikale Anpassungen an gestalterischen Sollbruchstellen. Die Horizontalität des Ausdrucks orientiert sich an einer analytischen Transformation der Bestandsarchitektur.

So entsteht ein Neubau, der durch eine bewusst zurückhaltende Architektursprache überzeugt, sich als Teil des gewachsenen Kontexts versteht und dennoch als eigenständiger Beitrag lesbar bleibt. Zwischen Weiterbauen und Neuformulieren, zwischen Ressourcenbewusstsein und architektonischer Klarheit entsteht ein Kindergarten, der den Ort stärkt – als nachhaltiger, offener und identitätsstiftender Lern- und Lebensraum.

Neubau Kindergarten Bannfeld, Olten

Anonymer einstufiger Projektwettbewerb für Generalplaner im offenen Verfahren

Re-Use: Zirkular
Landschaft: Antje Gamert – Architektur und Landschaft
Tragwerk: wh-p Ingenieure
Brandschutz: Quantum Brandschutz
Bauphysik: Gartenmann Engineering
Visualisierung: Max Kresse

Der neue Kindergarten sitzt dort, wo vorher Autos parkten – leicht angehoben, zwischen Bäumen und Bestand. Statt Fläche zu versiegeln, wird sie hier wieder geöffnet: Das Haus steht auf Schraubfundamenten, die Asphaltdecke darunter wird entfernt, der Boden kann wieder atmen. Ein grosser Baum bleibt – als Schatten, Orientierung und stiller Zeuge.

Von Anfang an wurde mitgedacht, was schon da ist. Das Projekt basiert auf einem Re-Use-Konzept, das nicht nachträglich angepasst, sondern entwurfsbestimmend ist. Die Konstruktion erlaubt es, Bauteile aus zweiter Nutzung aufzunehmen – Fenster, Fassadenplatten, Glasbausteine. Ein Stahlskelett bildet das Gerüst, Holzrahmen füllen es aus. Unterschiede im Mass, Material oder Ausdruck sind kein Störfaktor, sondern Teil der Idee. So entsteht eine Architektur, die sich nicht versteckt, sondern erzählt – von vorher und nachher, von Pragmatik und Präzision.

Innen ist das Haus einfach organisiert: Um einen schräg gedrehten Kern reihen sich Gruppen- und Haupträume an der Fassade. Ein grosses Treppenmöbel verbindet die Ebenen – zum Sitzen, Klettern, Warten, Spielen. Der leichte Höhenversatz im Gelände wird dabei aufgenommen und fliessend in die Erschliessung integriert. Der Eingang liegt gut auffindbar am gedeckten Aussenraum und gibt dem Kindergarten eine eindeutige Adresse im Ensemble.

Ein Haus, das Geschichten mitbringt. Es wächst aus dem, was schon da war, und öffnet sich dem, was kommt. Für Kinder, die hier spielen, lernen, ankommen. Und für einen Ort, der neu beginnt, ohne von vorn zu beginnen.